Grundstruktur des Textkörpers für Briefe, Postkarten und Telegramme
Die Inhalte von Briefen, Postkarten und Telegrammen werden innerhalb eines <text>- und <body>-Elements mithilfe der Elemente <opener>, <p>, <closer> und <postscript> codiert. Anders als in der Schriftenedition finden <div>-Elemente nur in zwei Ausnahmefällen Verwendung: wenn im Text ein Schreiber:innenwechsel erkennbar ist oder wenn sich im Anschluss an einen Briefschluss (<closer>- und/oder <postscript>-Element) ein weiterer Schreibakt, z. B. in Form eines neuen Absatzes (<p>) oder einer Tabelle (<table>) anschließt. Vordrucke auf Briefpapier, Postkarten und Telegrammen sowie Eingangsstempel oder andere nachträgliche Bearbeitungen nach dem Absenden eines Briefs werden in der <sourceDesc> dokumentiert, jedoch nicht transkribiert.
Briefkopf und Anrede
Im <opener> werden sämtliche Elemente festgehalten, die vor dem eigentlichen Brieftext stehen. In der Regel sind das handschriftliche oder maschinenschriftliche Adressangaben (Absender:in und/oder Empfänger:in), Orts- und Datumsangaben sowie die persönliche Anrede. In seltenen Fällen können auch Betreffzeilen vorkommen. Da die Angaben zu Adressat:in, Schreibort und -datum bereits in der <correspAction> erfasst sind (s. Kap. Korrespondenzmetadaten), werden diese in der Transkription nicht gesondert ausgezeichnet. Lediglich die persönliche Anrede wird mit dem <salute>-Element codiert.
Brieftext
Der Brieftext wird in mindestens einem <p>-Element codiert. Jeder neue Absatz erhält ein eigenes <p>-Element.
Briefschluss
Abschließende Worte und Grußformeln am Ende eines Briefs werden mit <closer> codiert. Analog zur Anrede werden Grußformeln mit <salute> ausgezeichnet. Unterschriften werden mit <signed> codiert. Falls es sich um eine handschriftliche Unterschrift auf einem Typoskript handelt, wird in der zweiten Editionsstufe das @hand-Attribut ergänzt. Neben den abschließenden Worten können im <closer>-Element auch Adressangaben oder Hinweise auf Anlagen vorkommen. Sollte bekannt sein, um welche Anlage (z. B. ein Brief einer anderen Person an Zimmermann) es sich gehandelt hat, und zu dieser ein Datensatz vorliegen, kann auf diesen Datensatz mittels <rs> verwiesen werden (s. Kap. Briefbeigabe).
Postskriptum
Postskripta werden mit einem <p>-Element innerhalb eines <postscript>-Elements codiert. Sollten mehrere Postskripta vorhanden sein, erhält jedes Postskriptum ein eigenes <postscript>-Element. Dem Postskriptum vorangestellte Abkürzungen wie PS
oder NB
werden mit <label> ausgezeichnet. In seltenen Fällen fehlt dieses Kürzel. Sollte aufgrund der Position und des Charakters des nachgestellten Texts klar sein, dass es sich bei dem angefügten Abschnitt um ein Postskriptum handelt, wird auch dieser mit <postscript>, jedoch ohne das <label>-Element codiert.
Überschneidung von Anrede und Brieftext bzw. Brieftext und Briefschluss
Nicht selten fügt sich der Schluss eines Briefs nahtlos an den vorangegangenen Absatz an, ohne durch einen Zeilenwechsel von diesem abgehoben zu sein. Damit der fließende Übergang optisch erhalten bleibt und semantisch korrekt ausgezeichnet werden kann, werden in solchen Fällen anstelle des <closer>-Elements zwei <milestone>-Elemente mit den Attribut-Wert-Paaren type="closer-start", xml:id="closer-start" und corresp="#closer-end" bzw. type="closer-end", xml:id="closer-end" und corresp="#closer-start" wie folgt verwendet:
Brief von Bernd Alois Zimmermann an Erich Winkler, Köln 15.12.1949, Manuskript, AdK BAZ 5788
<p>
<lb /><hi rendition="et">Haben Sie an <rs type="person" ref="bazga:Z4052C3">Dr. Hübner</rs> in Hamburg</hi>
<lb />gedacht? Über das neue Stück für <rs type="person" ref="bazga:Z4002F1">Dr. Strobel</rs>
<lb />schreibe ich Ihnen noch. <milestone type="closer-start" xml:id="closer-start" corresp="#closer-end"/><salute>In der Hoffnung, bald wieder
<lb />von Ihnen zu hören und mit herzl. Weih
<lb break="no" rendition="#hyphen" />nachtsgrüßen
<lb /><hi rendition="#et2">Ihr</hi>
<lb /><signed><hi rendition="#et3">B. A. Zimmermann</hi></signed></salute><milestone type="closer-end" xml:id="closer-end" corresp="#closer-start"/>
</p>
<opener>-Elements zwei <milestone>-Elemente mit den Attribut-Wert-Paaren type="opener-start", xml:id="opener-start" und corresp="#opener-end" bzw. type="opener-end", xml:id="opener-end" und corresp="#opener-start" innerhalb des <p>-Elements des ersten Absatzes verwendet.<p><milestone type="opener-start" xml:id="opener-start" corresp="#opener-end" />
<lb /><hi rendition="#right #k">GERMANIA</hi>
<lb />
<lb /><hi rendition="#right">Herrn Werner Pilz</hi>
<lb /><hi rendition="#right">B. Schott’s Söhne</rs> </hi>
<lb /><hi rendition="#right #k">Mainz</hi>
<lb /><hi rendition="#right">Weihergarten</hi>
<lb />
<lb /><salute>Dear Werner!</salute><milestone type="opener-end" xml:id="opener-end" corresp="#opener-start" /> Schönen Dank
<lb />- und wir verstehen uns.
[…]
</p>
Postkarte von Bernd Alois Zimmermann an Werner Pilz, Rom 9.10.1957, Manuskript, AdK BAZ 5871
Sonderfälle: Postkarten und Telegramme
Bei Postkarten tritt häufiger der Fall ein, dass es aufgrund von Platzmangel zu Überschneidungen von Abschnitten und Inhalten kommt. So kann zum Beispiel der Schluss der Nachricht (<closer>) links neben den Adressangaben stehen, die dem eigentlichen Haupttext (<p>) vorangestellt sind und somit im <opener> codiert werden müssen. In solchen Fällen wird in der Codierung und Darstellung dem Lesefluss gegenüber der Anordnung auf der Quelle Vorrang gegeben. Mithilfe des <pb>-Elements wird in der Codierung festgehalten, auf welcher Seite sich die jeweiligen Textteile befinden (s. Kap. Seitenumbrüche bei Post- und Ansichtskarten).
Bei zugestellten Telegrammen werden nur die auf dem vorgedruckten Formular aufgeklebten Teile übertragen und, soweit vorhanden, entsprechend ihrem Inhalt den Elementen <opener>, <p> und <closer> zugeordnet. Bei Telegrammentwürfen und -abschriften werden wie bei den Briefen sämtliche vom Absender / von der Absenderin verfassten Abschnitte übertragen.
